Mit jedem Atemzug nach vorn
LANXESS‑Patentanwältin
Britta Siegers ist eine der erfolgreichsten Behindertensportlerinnen
aller Zeiten. Bei vier Paralympischen Spielen erlebte sie einmalige
Momente – und hofft nun darauf, diese Atmosphäre einmal vor der eigenen
Haustür erleben zu können: mit der Olympiabewerbung der Region Köln.
Das
Schwimmstadion von Barcelona bebt. Tausende Menschen schreien und
klatschen. Es sind die Paralympischen Spiele 1992, und mittendrin steht
LANXESS‑Kollegin Britta Siegers – damals 26 Jahre alt, bereit für das
wichtigste Rennen ihrer Schwimmkarriere. Sekunden vor dem Start
geschieht etwas, das sie nie vergessen wird: Die Menge verstummt, hält
spürbar den Atem an. „Ich dachte erst, ich höre den Startschuss gar
nicht ... und plötzlich war alles totenstill“, erzählt sie. Dann der
Knall. Sie springt – und gewinnt wenige Atemzüge später eine ihrer fünf
Goldmedaillen dieser Spiele. Genau diese Atmosphäre macht für sie die
Faszination von Olympia aus – „das kann kein Fernseher transportieren“.
Für eine Stadt wie Köln könne es etwas Einmaliges sein, solche Momente
entstehen zu lassen.
Schon
als kleines Kind findet Siegers ihren Weg ins Wasser. Nach einem Unfall
im Alter von zwei Jahren verliert sie beide Beine – doch dieses
Handicap bestimmt nicht ihr Tempo. Ihr Vater baut ihr eine Rampe ins
Becken, sie springt, und das Wasser wird zum Raum ohne Grenzen. Sie
schwimmt, bevor sie laufen lernt. Mit 15 besiegt sie bei einem Wettkampf
den als unschlagbar geltenden Wolfgang Goris zweimal – ein Wendepunkt.
Kurz darauf wechselt sie zu Bayer Leverkusen, wird Teil der
Nationalmannschaft und steht 1984 mit nur 18 Jahren erstmals bei den
Paralympics auf dem Startblock. Es folgt eine außergewöhnliche Karriere
mit 13 olympischen Medaillen und unzähligen weiteren Titeln.
Zwei Karrieren, ein Mindset
Als
sie 1992 das Gefühl hat, im Schwimmen alles erreicht zu haben, beendet
Siegers ihre erste sportliche Laufbahn. Dann entdeckt sie das
Rollstuhltennis. Zwölf Jahre nach ihren letzten Rennen steht sie 2004
erneut bei den Paralympics – diesmal mit Schläger statt Badehaube – und
spielt sich bis auf Platz acht der Weltrangliste. Parallel dazu
entwickelt sie ihre berufliche Laufbahn weiter: Promotion in Chemie,
Ausbildung zur Patentanwältin, seit 2006 bei LANXESS. „Als Sportlerin
lernst du fokussieren, priorisieren, im Team arbeiten. Und du lernst,
nicht beim ersten Stolperstein stehen zu bleiben“, sagt sie – eine
Haltung, die in beiden Welten trägt. Heute schwimmt Siegers noch immer
täglich, „um mobil zu bleiben“ – wenn auch eher zwei als wie früher
zwölf Kilometer. Die gewonnene Zeit nutzt sie für neue Horizonte:
Tauchen auf allen sieben Kontinenten, Reisen in entlegene Regionen,
Begegnungen mit Berggorillas in Uganda. „Ich schau erst, was mich
fasziniert, und dann finde ich einen Weg.“
Neue Wege – auch für Köln
Eine
Haltung, die auch ihren Blick auf die Olympiabewerbung Kölns prägt. Sie
sieht darin vor allem Chancen auf Veränderungen: mehr Barrierefreiheit,
stärkere Strukturen für den Behindertensport und eine Stadt, die
dauerhaft offener wird. Dass LANXESS die Bewerbung unterstützt, gefällt
ihr – „weil Unternehmen solchen Projekten Rückenwind geben können“.
Besonders reizt sie die Vorstellung, olympischen Ballsport in der
LANXESS arena zu erleben – direkt neben dem Arbeitsplatz vieler
Kolleginnen und Kollegen. Solche Momente, sagt sie, könnten Köln spürbar
voranbringen. Jetzt hofft sie, dass der Bürgerentscheid positiv
ausfällt – damit die Stadt diesen Weg wirklich einschlagen kann.
Infobox:
LANXESS sagt Ja zu Olympia
Fußball
in der Leverkusener BayArena, Fechten in der Kölner LANXESS arena,
Rudern am Fühlinger See – so könnten die Olympischen Sommerspiele 2036,
2040 oder 2044 in der Region KölnRheinRuhr aussehen. Ob die Bewerbung
tatsächlich ins Rennen geht, entscheiden bis zum 19. April 2026 die
Bürgerinnen und Bürger der beteiligten NRW-Städte per Bürgerentscheid.
Unterstützung kommt von der Wirtschaftsinitiative KölnRheinRuhr, einem
Bündnis Kölner Unternehmen – darunter auch LANXESS. Die Idee dahinter:
Olympische und Paralympische Spiele wären nicht nur ein sportliches
Großereignis, sondern auch ein kräftiger Wirtschaftsmotor.
Infrastruktur, Mobilität und Digitalisierung könnten einen ordentlichen
Schub bekommen – wovon auch die LANXESS-Standorte in Köln,
Krefeld-Uerdingen und Leverkusen profitieren würden.
CEO Matthias
Zachert bringt es auf den Punkt: „Wenn es die Chance gibt, dass für ein
paar Wochen lang die ganze Welt auf unsere Region blickt, dann sollten
wir sie ergreifen. Daher unterstützen wir die Bewerbung von
KölnRheinRuhr und rufen alle Bürgerinnen und Bürger der beteiligten
Städte auf, beim Bürgerentscheid mit ‚Ja‘ zu stimmen."