Pioniere bei der Arbeit
Unbekanntes
Terrain betreten – und das eigene Know-how zum Kompass machen. Genau
das tun viele unserer Kolleginnen und Kollegen jeden Tag. Sie stoßen
Türen auf, denken quer, probieren aus – und treiben Projekte voran, die
zeigen, was möglich wird, wenn Expertise auf Entschlossenheit trifft.
Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.
Eisenoxide entwickeln
„Wir wollen Partner Nummer eins für den ganzen Westen sein“
Murat
Gürsoy, Head of Global Innovation & Application, BU IPG; berichtet
über die wirtschaftlich vielversprechendsten Forschungsfelder seines
Teams.
"Wir
wollen die nächste Seite in der Geschichte der Business Unit IPG
aufschlagen. Dieses Jahr feiern wir das 100-jährige Jubiläum unserer
Pigmente. Unsere Innovationsabteilung zeigt, dass wir gerade wegen
unserer großen Erfahrung im Bereich der Eisenoxide eine spannende
Zukunft vor uns haben.
Wir sind hier im Team Innovation auf ganz
unterschiedlichen Feldern unterwegs, um unsere Eisenoxide in neue Märkte
zu bringen. Da wir auch den Anwendungsbereich mitbetreuen, führen wir
unsere ersten Tests hier selbst durch. Das macht uns flexibel und
schnell. Gleichzeitig versuchen wir immer, Kooperationspartner für
unsere Projekte zu finden – was uns auch gelingt. Nur so können wir die
Produkte perfekt an die Wünsche potenzieller Kunden anpassen.
Im Moment sind wir in folgenden großen Bereichen aktiv:
Rein in die Batterietechnologie
Batterien
sind einer der wichtigsten Zukunftsmärkte – nicht nur im
E-Mobility-Sektor, sondern überall dort, wo Energie gespeichert wird.
Die Innovationsteams arbeiten bereits in mehreren Projektstufen daran,
Eisenoxide und Eisenphosphate als Vorprodukte für Lithium- und
Natrium-Ionen-Batterien nutzbar zu machen. Hier sehen wir enormes
Potenzial.
Neue Katalysatoren im Blick
Ein zweiter
Schwerpunkt liegt im Bereich der Katalyse – beispielsweise zur
Herstellung von Styrol, das für die Produktion von Polystyrol benötigt
wird, vielen besser bekannt unter dem Namen Styropor. Schon eine
minimale Verbesserung des Katalysatorsystems kann große wirtschaftliche
Vorteile für Hersteller bringen.
Unser Eisenoxid bietet dafür
beste Voraussetzungen: Anders als viele Übergangsmetall- oder
Edelmetall-basierte Katalysatoren ist unser Produkt zuverlässig
verfügbar, wird nachhaltig produziert und ist seit Jahrzehnten durch uns
bestens erforscht.
Ein wichtiger Erfolg konnte bereits erzielt
werden: Die ersten Mengen einer neuen Katalysatorvorstufe wurden an
einen namhaften Kunden verkauft und durchlaufen aktuell
Qualifikationstests. Zudem startet im März ein neues Förderprojekt mit
dem Unternehmen Clariant zur Olefin-Synthese über das
Fischer-Tropsch-Verfahren. Ziel ist es, modifizierte Eisenoxide in das
Katalysatorsystem einzubringen. Auch bei der Ammoniaksynthese laufen
erste Untersuchungen.
Effektivere Wasseraufbereitung
Auch
im Bereich „Purification Technologies“ tut sich viel. Das etablierte
Eisenoxidprodukt Bayoxide® E33, das bisher zur Adsorption von Arsen aus
Trinkwasser eingesetzt wird, wird derzeit modifiziert, sodass es künftig
gezielt Phosphate bindet – ein Thema, das durch strengere EU-Vorgaben
noch wichtiger wird.
Die Vorteile: höhere mechanische Stabilität
und längere Standzeiten, wovon Anwender erheblich profitieren. Hierbei
arbeitet das Team eng mit der BU LPT zusammen.
Wasserstoff geschickt speichern
Spannend
sind auch unsere Forschungsaktivitäten im Bereich „Green Technology“.
Dabei geht es um die Wasserstoffspeicherung. Unter bestimmten
Bedingungen reagiert Wasserstoff mit unseren Eisenoxiden. Es entstehen
metallisches Eisen und Wasserdampf – ein Prozess der chemischen
Energiespeicherung.
Dieser Prozess lässt sich auch umkehren:
Wasserdampf reagiert mit Eisen zu Wasserstoff und Eisenoxid. Der
Wasserstoff kann anschließend in einem nachgeschalteten Prozess genutzt
werden, etwa für chemische Reaktionen oder zur Strom- und
Wärmeerzeugung.
Hierfür haben wir im Oktober 2025 gemeinsam mit
potenziellen Anwendern ein Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von drei
Jahren gestartet. Unser Ziel ist es, bis dahin eine
Demonstrationsanlage mit LANXESS-
Eisenoxiden aufbauen zu können.
Bewährtes verbessern
Neben
neuen Märkten bleibt natürlich die Weiterentwicklung bestehender
Produkte ein Dauerauftrag. Entweder kommen Kunden mit neuen
Anforderungen auf das Team zu – oder das Innovationsteam erkennt selbst
Potenziale für neue Anwendungen. So entstehen kontinuierlich verbesserte
oder modifizierte Eisenoxidqualitäten."