Pioniere bei der Arbeit
Unbekanntes
Terrain betreten – und das eigene Know-how zum Kompass machen. Genau
das tun viele unserer Kolleginnen und Kollegen jeden Tag. Sie stoßen
Türen auf, denken quer, probieren aus – und treiben Projekte voran, die
zeigen, was möglich wird, wenn Expertise auf Entschlossenheit trifft.
Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.
Wissen digitalisieren
„Wir finden die Nadel im Heuhaufen"
Ulrich
Bohrn, Head of Information Services, GF LEX, berichtet, wie ein
KI-gestützter Chatbot Forschungswissen aus mehr als 100 Jahren neu
verbindet.
"Wenn
LANXESS wüsste, was LANXESS weiß …“ – das ist ein Gedanke, der mich bei
meiner Arbeit täglich antreibt. Wir verfügen als Konzern über einen
riesigen Wissensschatz, doch viele dieser ‚Kronjuwelen‘ bleiben bislang
verborgen. Jahrzehntelang haben Kolleginnen und Kollegen geforscht,
getestet, dokumentiert und ausprobiert – und dennoch liegt dieses Wissen
oft unscheinbar in alten Datenbanken, auf lokalen Laufwerken oder in
Ordnern mit Dateinamen wie „Scan1“. Spätestens wenn erfahrene
Mitarbeitende in den Ruhestand gehen und eine Regalwand mit verstaubten
Aktenordnern zurücklassen, wird deutlich, wie viel Know-how dabei
verloren zu gehen droht.
„Scan 1“ wird smart
Gemeinsam
mit Samreen Hassan und weiteren KI-Expertinnen und -Experten der Group
Function IT haben wir deshalb einen Chatbot-Assistant entwickelt, der
unser Forschungswissen systematisch zusammenführt und zugänglich macht –
BU-übergreifend, sicher und intuitiv nutzbar. Der Start war eine echte
Zeitreise: Wir migrierten die LANXESS-Forschungsberichtsdatenbank mit
Berichten aus unseren BUs und deren Vorgängereinheiten aus Bayer-Zeiten.
Eine Datenbank voller wertvoller Inhalte, die Wissen (auf)bewahrte, für
heutige Arbeitsweisen aber kaum noch geeignet war.
Digitalisierungsoffensive
Ein
wichtiger Katalysator für das Projekt war die Zusammenarbeit mit der BU
Rhein Chemie: Dort wurden im Zuge von Laborverlegungen vor einiger Zeit
rund 130.000 Papierdokumente digitalisiert. Versuchsergebnisse,
Rezepturen und Entwicklungsverläufe, die sonst womöglich für immer
verschwunden wären, konnten wir in den wachsenden Wissensspeicher
integrieren. Gleichzeitig testeten die Kolleginnen und Kollegen den
Assistant intensiv im realen Arbeitsalltag und halfen uns, ihn
kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Der konkrete Nutzen zeigt sich
genau dort – im Arbeitsalltag: Mitarbeitende können entweder gezielt
nach Themen suchen und erhalten eine kuratierte Liste relevanter
Dokumente oder arbeiten im „Sparring Mode“ dialogorientiert mit dem
Assistant – ähnlich wie man es von modernen KI-Tools kennt. Inhalte
lassen sich automatisch in andere Sprachen übertragen, sodass
beispielsweise Kolleginnen und Kollegen in den USA auch deutschsprachige
Forschungsberichte effizient durchsuchen und nutzen können. Und ganz
entscheidend: Jede Antwort ist immer durch Originaldokumente belegt.
Datenschutz und Vertraulichkeit hatten dabei von Anfang an höchste
Priorität. Jede BU behält die volle Hoheit über ihre Inhalte. Dokumente
werden nur dann BU-übergreifend nutzbar, wenn dies von der BU bewusst
entschieden und freigegeben wird. So verbinden wir Offenheit mit
Verantwortung – und schaffen Vertrauen in das System.
Wissen verbindet
Besonders
motivierend sind für mich die Momente, in denen der Assistant
unerwartete Verknüpfungen sichtbar macht: Wenn eine BU nach einem
geeigneten Katalysator sucht, der Assistant auf ein Projekt einer
anderen BU in den USA verweist und dieses wiederum Bezüge zu einer
dritten BU herstellt. So wird Wissen sichtbar, das zuvor in Silos
verborgen war. Solche Treffer zeigen, wie viel Potenzial in unserem
gemeinsamen Know-how steckt – und wie der Assistant ganz praktisch zum
„ONE LANXESS“-Gedanken beiträgt.
Für mich ist dieser Assistant
deshalb weit mehr als ein digitales Werkzeug. Er steht für eine Haltung:
dass wir das Wissen unserer Kolleginnen und Kollegen wertschätzen,
bewahren und intern bereitstellen. Dass wir voneinander lernen – über
Länder, Funktionen und Business Units hinweg. Und dass Innovation nicht
immer neu erfunden werden muss, sondern oft schon längst in unseren
eigenen Archiven steckt."
Zitat
„Wir wollen das Wissen unserer Kolleginnen und Kollegen wertschätzen, bewahren und
intern bereitstellen.“
Ulrich Bohrn, GF LEX, Head of Information Services