Im Interview: Rainier van Roessel, ehemaliger Arbeitsdirektor und nun neuer Aufsichtsratsvorsitzender von LANXESS:
„LANXESS hat gewaltiges Potenzial“
Herr van Roessel, Sie haben LANXESS seit der
Unternehmens- Gründung 2004 begleitet und mitgeprägt, davon 13 Jahre als
Arbeitsdirektor. Wie ist es für Sie, nun als Aufsichtsratsvorsitzender für das
Unternehmen tätig zu sein?
Rainer van Roessel: „Ich habe schon in meiner Zeit im Bayer-
Konzern bei der Gründung von LANXESS mitgewirkt. Wir haben über die Jahre ein
zukunftsfähiges Unternehmen aufgebaut. Ich glaube an das Unternehmen und seine
Mitarbeitenden. Ich fühle mich dem Unternehmen stark verbunden. Der Vorsitz im
Aufsichtsrat ist für mich ein starker Vertrauensbeweis der Anteilseigner- und
Arbeitnehmervertreter in diesem Gremium. Es ist für mich auch eine Ehre, in
dieser Rolle für LANXESS tätig zu sein.
Der Konzernumbau ist weit fortgeschritten, LANXESS hat sich strategisch für die Zukunft neu aufgestellt und in Bereichen wie Nachhaltigkeit und Arbeitssicherheit schon viel erreicht. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass LANXESS auch wirtschaftlich ein starkes Spezialchemieunternehmen wird. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Anteilseignern und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat ist dafür eine wichtige Voraussetzung.
Der wirtschaftliche Erfolg von LANXESS ist für die Anteilseigner entscheidend und für die Mitarbeiter und Kunden notwendig.“
Wie wird sich Ihre Arbeit im Aufsichtsrat von einer Position im Vorstand unterscheiden? Worauf legen Sie besonderen Wert in der Zusammenarbeit mit dem Management?
„Der Vorstand ist für das operative Geschäft verantwortlich, er trifft die dafür notwendigen Entscheidungen. Der Aufsichtsrat kontrolliert die Arbeit des Vorstands und berät ihn. Die Rollen sind also sehr unterschiedlich. Aber wir arbeiten alle gemeinsam für den Erfolg von LANXESS. Dabei sind mir eine vertrauensvolle, professionelle Zusammenarbeit und ein offener Gedankenaustausch besonders wichtig.“
Sie haben LANXESS Ende 2019 verlassen. Es
folgten schwierige Jahre mit Corona, Wirtschafts- und Energiekrise. Wie haben
Sie die Entwicklung von LANXESS in dieser Zeit
verfolgt?
„Die Rahmenbedingungen haben sich für LANXESS seit dem Jahr 2020 dramatisch
verändert. Insbesondere die langfristigen und zum Teil gravierenden
Veränderungen in der Handels-, Sicherheits-, Energie- und Gesellschaftspolitik
erforderten deutliche Anpassungen unserer Geschäftsstrategien. Leider hatten
wir neben den zahlreichen externen Faktoren auch intern zu verantwortende
Herausforderungen zu meistern. Seit meiner Berufung in den Aufsichtsrat im Mai
2022 konnte ich viele erforderliche Schritte wie Portfoliomaßnahmen oder
Kostensenkungen aktiv begleiten.“
Wie möchten Sie in Ihrer neuen Funktion dazu beitragen, das Unternehmen aus der Krise zu führen? Welches Potenzial sehen Sie in Business Excellence?
„Der Aufsichtsrat ist mit Persönlichkeiten besetzt, die insgesamt über ein sehr breites Kompetenzprofil verfügen und jeweils ein großes individuelles Erfahrungsspektrum in das Gremium einbringen. Durch einen offenen und konstruktiven Dialog kann der Aufsichtsrat den Vorstand unterstützen, die erforderlichen Schritte umzusetzen. Das Excellence-Programm mit seinen Streams ist auch aus Sicht des Aufsichtsrats erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Ich unterstütze Business Excellence ausdrücklich. Ich sehe hier wesentliches Potenzial, das wir selbst heben können. Es ist richtig, dass der Vorstand genau auf dieses Programm einen hohen Fokus legt.“