Projekt 2: Dank Ki und Power BI: Norm erfüllt und mehr Wissen über Produktion

 

Anders, aber ebenfalls mit Hilfe von KI, geht der Data Scientist Marcel Dembek an seine Aufgabe heran. So stand Dembek vor einer neuen Herausforderung, als vor vier Jahren die Anforderungen an die Norm ISO 50001 erhöht wurden. Die Norm schreibt vor, dass Unternehmen eine energetische Bewertung durchführen müssen, die nachweist, dass sich der Energieeinsatz im Vergleich zu einer Ausgangsbasis kontinuierlich verbessert hat. Diese Bewertung muss nachvollziehbar sein und wird von Zertifizierungsgesellschaften überprüft.

 

Gemeinsam mit Stefan Geißler, Senior Officer Energy Management, GF PTSE, und den Betrieben im Bereich der Energieeffizienzüberwachung entwickelte Dembek dafür Modelle. Der Knackpunkt waren die Ausgangsdaten. „Sie werden von sehr vielen Faktoren beeinflusst“, sagt Dembek. „Mit Hilfe von DIAP, Power BI und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz ist es uns dann gelungen, sie zu definieren. Mittlerweile haben wir über 3.000 Ausgangsbasen erstellt“, erzählt er und zeigt auf ein Poster. „Hier sehen wir die modellierte Kurve für den Energieverbrauch einer Anlage, die unsere KI aus der Ausgangsbasis berechnet hat. Und hier sehen wir den tatsächlichen Energieverbrauch der Anlage. Der tatsächliche Energieverbrauch war niedriger als der berechnete.“ Das ist ein Erfolg. Aber ist das ein glaubwürdiger Beweis dafür, dass der Energieverbrauch gesunken ist? „Wenn wir davon ausgehen, dass wir gemeinsam mit den Prozessexperten alle für den Energieverbrauch relevanten Variablen wie Temperatur oder Produktionsmengen identifizieren konnten, dann ja.“ Was aber, wenn das Ausgangsjahr mild und das zu berechnende Jahr extrem kalt war? Sind die Daten dann noch vergleichbar? „Ja“, sagt Dembek. „Unsere Modelle berücksichtigen genau das und passen die Berechnung an die unterschiedlichen Bedingungen an. Das Ergebnis wird ins Verhältnis gesetzt, um verlässliche Vergleiche zu ermöglichen.“ Gerade in der aktuell schwierigen Zeit mit reduzierten Produktionsmengen schafft die KI so eine faire Bewertung der energetischen Performance. Was die Kollegen früher mühsam in Excel-Tabellen zusammensuchen und aufbereiten mussten, läuft heute über DIAP automatisiert in einem Power-BI-Dashboard zusammen. „Mittlerweile haben wir gemeinsam mit den Prozessexperten Modelle für 20 Betriebe erstellt“, sagt Dembek. Die Prozessexperten waren zum Teil erstaunt, wie stark zum Beispiel die Außentemperatur den Energieverbrauch für die Beheizung von Gebäuden und Produktionsprozessen beeinflusst. Dieser Einfluss kann nun genau quantifiziert werden. Das Tool hilft also nicht nur, die ISO-Norm zu erfüllen und deren Audits zu bestehen, es gibt den Experten auch einen tieferen Einblick in die Prozesse. Und genau das ist oft der erste Schritt für weitere Energiesparmaßnahmen ...